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Adelsverlust

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„Adelsverlust“, Begriffsklärung in: WIKIa Szlachta [Onlinefassung]; URL:http://www.de.szlachta.wikia.com/, Zugang .. . .. . 20.. .


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Der Adelsverlust trit in folgenden Fällen ein:

  1. Durch Verheiratung einer adeligen Frau mit einem nichtadeligen Mann (für manche Staaten gehen einige Autoren statt vom Adelsverlust der Frau nur vom Ruhen ihres Adels während der Ehe aus);
  2. in Folge strafgerichtlicher Verurteilung wegen bestimmter Kapitalverbrechen: Bayern, Österreich und Preußen sahen diesfalls den Adelsverlust für den Verurteilten vor; diese Art des Adelsverlustes, die in Österreich Adelsentsetzung genannt wurde, erstreckte sich nicht auf den Ehegatten und die bereits geborenen Kinder; durch die Einführung des Reichsstrafgesetzes von 1871 endete diese Verlustmöglichkeit im Deutschen Reich; in Österreich galt die zugrundeliegende Bestimmung bis 1918/19;
  3. durch Adelsverzicht
  4. in Preußen (II. 9. § 81 PrALR) durch Adelsverschweigung: “Viele Städte oder Zünfte z.B. lehnten eine Aufnahme von Adeligen prinzipiell ab oder forderten vor einer Aufnahme bzw. vor Erteilung des Stadtbürgerrechts die Niederlegung des Adels“ (Dewitz); überwand ein Adeliger durch Verschweigung seines Adels die Zugangsbarriere, so führte dies zum Adelsverlust, außer er verfügte über ein Privilegium de non usu; der Adelsverlust durch Adelsverschweigung wurde in Preußen 1807 aufgehoben;
  5. im Heiligen Römischen Reich durch Verhängung der Reichsacht, in der Adelsrepublik durch einen analogen Rechtsakt;
  6. im gemeinen Recht mit der Ausübung niederer Gewerbe (vgl. dazu auch den verwandten Fall der Suspension des Adels);
  7. in Böhmen mit dem Übertritt in den untertänigen Stand oder mit der Rückkehr zum Bürgerstand.

Literatur zum Thema:

  • Claus Bill: Standesregulierung durch Adelsverlust in Preußen 1794-1870, in: Nobilitas, Zeitschrift für deutsche Adelsforschung IV (2001), 826ff
  • Reinhard Binder-Krieglstein: Österreichisches Adelsrecht 1868-1918/19, Frankfurt am Main 2000, hier: Adelsentsetzungen in den im Reichsrat vertretenen Königreichen und Ländern 1868 – 1918, 243ff
  • Hasso v. Dewitz: Der Nichtgebrauch des Adels und seine Abgrenzung, Eigendruck 1993, 9f
  • Baron Heiner v. Hoyningen-Huene: Die Baltischen Ritterschaften und ihr besonderes Adelsrecht, in: Sigismund Freiherr v. Elverfeldt-Ulm (Hg.): Adelsrecht, Limburg an der Lahn 2001, 120ff
  • Johann Jacob Moser: Deutsches Staats-Recht, Vierter Theil, Leipzig/Ebersdorff im Vogtland 1741, 173
  • N.N.: Anerkennung der Abstammung von Adeligen in Österreich, in: Der deutsche Herold 1894, 36f
  • Franz Otto Roth: Adelsentsetzung. Bestandsaufnahme und Deutungsversuch, in: Blätter für Heimatkunde, hg. vom Historischen Verein für Steiermark, 46 (1972), 37ff.

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