FANDOM


Statuten für den Kaiserlich-Österreichischen „Orden der Eisernen Krone"Bearbeiten

Einführung | Statut | Napoleonische Zeit | Ritter I. Klasse | Ritter II Klasse

Ritter III. Klasse:   A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | W | V | X | Y | Z | zurück

Wir Franz der Erste, von Gottes Gnaden Kaiser von Oesterreich; König von Jerusalem, Hungarn, Böheim, der Lombardey und Venedig, von Dalmatien, Croatien, Slavonien, Galizien und Lodomerien; Erzherzog von Oesterreich; Herzog von Lothringen, Salzburg, Steyer, Kärthen, Krain, Ober- und Nieder- Schlesien; Großfürst in Siebenbürgen; Markgraf in Mähren; gefürsteter Graf von Habsburg und Tyrol ect. ect.

Um die Epoche der so glücklich erfolgten Wiedervereinigung Unserer Italienischen Provinzen unter Unserem Scepter durch ein bleibendes Merkmahl Unserer besonderen Huld und Gnade zu bezeichnen, haben Wir Uns bewogen gefunden, einen Orden unter der Benennung der eisernen Krone zu stiften, und ihn in die Zahl Unserer übrigen Kron- und Haus-Orden aufzunehmen. Wir haben Uns zu diesem Ende den nachstehenden Entwurf einer Unserer Absicht entsprechenden Grundverfassung dieses Ordens vorlegen lassen, und diesen genehmiget; befehlen daher, dass nachstehende Anordnungen von sämtlichen Rittern dieses Ordens jetzt, und in allen künftigen Zeiten, genau beobachtet werden, und ihnen zur beständigen Richtschnur dienen.

§. 1.       Sämmtliche Glieder dieses Ordens werden Ritter des Ordens der eisernen Krone genannt.

§. 2.    Die Würde eines Großmeisters bleibt auf immer und unzertrennlich mit dem Oesterreichischen Kaiserthume verbunden: folglich Uns selbst, und nach Uns, Unseren rechtmäßigen Thronfolgern in dem Oesterreichischen Kaiserstaate vorbehalten.

§. 3.     Der Orden besteht nach Maß der Verdienste aus drey Graden: nämlich den Rittern der ersten, der zweyten und der dritten Classe.

§. 4.     Die Ritter der ersten Classe gehen jenen der zweyten, und diese jenen der dritten Classe vor. Die Ritter des nähmlichen Grades unter sich haben den Rang nach der Zeit ihrer Aufnahme in den Orden. Wenn an einem und demselben Tage mehrer Ritter in den Orden aufgenommen werden, so nehmen sie ihren Rang nach der Ordnung, in welcher sie das Ordenszeichen erhalten haben.

§. 5.      Zur Aufnahme in den Orden ist jedermann, ohne Unterschied des Standes, er mag in unmittelbaren Civil- oder Militär-Staatsdiensten stehen, oder nicht, geeignet, in so fern er die dazu erforderlichen Eigenschaften besitzt. Als solche werden betrachtet: entschiedene Beweise von Anhänglichkeit an den Landesfürsten und an den Staat, erfolgreiche Bemühungen, das Wohl der Monarchie zu befördern, endlich Auszeichnung durch große andere große und gemeinnützige Unternehmungen.

§. 6.     Die Verleihung des Ordens bleibt dem Großmeister vorbehalten, und es soll niemanden erlaubt seyn, darum anzusuchen.

§. 7.   Das Ordenszeichen, welches den Rittern zum Beweise der erlangten Würde ertheilt wird, ist folgendes:

Die eiserne Krone, auf welcher der doppelte gekrönte Oesterreichisch-Kaiserliche Adler ruht. Derselbe hat zu beyden Seiten auf der Brust ein dunkelblau emailliertes Herzschild, in dessen Mitte auf der Hauptseite ein einfaches goldenes "F", auf der Reversseite aber die Jahreszahl 1815 erscheint.

Die Ritter der ersten Classe tragen das Ordenszeichen an einem breiten goldgelben mit schmalen dunkelblauen Randstreifen versehenen Bande von der rechten Schulter nach der linken Seite herabhängend. Sie tragen überdies einen vierstrahligten silbergestickten Stern auf der linken Brust, in dessen Mitte die eiserne Krone im goldenen Felde enthalten, und von einem dunkelblau emaillirten Reife umgeben ist, mit der Umschrift: AVITA ET AUCTA. Bey Ordensfeyerlichkeiten tragen die Ritter der ersten Classe das schon beschriebene Ordenszeichen an einer goldenen Kette um den Hals. In dieser goldenen Ordenskette kommt zuerst die Buchstaben F. und P. in einander verschlungen vor, drauf folgt die eiserne Krone, dann ein Eichenkranz, endlich abermahl obige verschlungene Buchstaben, und so ferner abwechselnd bis zum Schlusse.

Das Ordenszeichen der zweyten Classe ist von jenem der ersten nur der Größe nach verschieden; es wird an einem zwey Zoll breiten goldgelben mit dunkelblauen Randstreifen versehenen Bande um den Hals getragen.

Die Ritter der dritten Classe tragen das etwas kleinere Ordenszeichen an einem neun Linien breiten goldgelben mit dunkelblauen Streifen geränderten Bande auf der linken Brust im Knopfloche.

Eiserne Kronen-Orden 3. Klasse

Die Auszeichnung des Herolds und der übrigen Ordensbeamten, mit welcher sie bey Ordensfeyerlichkeiten zu erscheinen haben, besteht in dem in einer großen goldenen Medaille eingeschlossenen Ordenszeichen: Sie wird an dem Ritterbande der dritten Classe um den Hals getragen; der Ordensherold ist überdies durch den in der Hand führenden Stab ausgezeichnet.

§. 8.       Die Verzierung des Ordenszeichens mit Edelsteinen bleibt dem Großmeister allein vorbehalten,

           und ist keinem Ritter die Tragung eines solchergestalt verzierten Ordenszeichen erlaubt, wenn er nicht von dem Großmeister damit besonders begnadigt worden ist.

§. 9.     Dagegen ist jedem Ritter gestattet, sein Geschlechtswappen mit dem Ordenszeichen zu verzieren, und sich des auf solche Art geschmückten Wappens Zeitlebens bey allen Gelegenheiten zu bedienen.

§. 10.    Um die Ordensglieder durch eine eigene, ihrer Würde zusagende Kleidung, in welcher sie bey den Ordensfesten und Feyerlichkeiten zu erscheinen haben, auszuzeichnen, wollen Wir für die verschiedenen Grade derselben Folgendes bestimmen:

Die Farben der Ordenskleidung sind gelb, blau und weiß; die Verbrämungen und sonstigen Verzierungen sind von Silber. Das Unterkleid ist, für alle drey Classen der Ritter gleich, von gelbem Sammt; es besteht aus einem vom Halse bis zum Knie reichenden Wamms, welches auf der rechten Seite von der Höhe des Armes bis zum Schenkel mit einer silbernen Schnur zusammengefügt ist, und auch noch über die Hüfte hinab von derselben Schnur in leichten Schlingen zusammengehalten wird, dann aber offen fortläuft. Am Ende der Schnur befinden sich reiche Bouillons-Quasten. Dieses Wamms ist mit weißem Taffet gefüttert und an allen Kanten mit Silber gestickt. In der Stickerey wechseln die Abbildungen der eisernen Krone, aus welcher mit einem Lorberkranze verschlungene Palmzweige hervorragen, mit zu Kränzen gebogenen Eichenzweigen ab, in welchen sich die einzelnen Buchstaben der durch die ganze Stickerey fortlaufenden Worte: AVITA ET AUCTA, eingetheilt befinden. Die Breite der Stickerey ist für die Ritter der ersten Classe von vier und einen halben, für jene der zweyten und dritten Classe von drey und einen halben Zoll Wiener Maß. Die Beinkleider sind mit den Strüpfen in einem Stück von weißer Seide gewirkt. Die Schuhe sind von weißem Sammt, oben drey Mahl aufgeschlitzt, und mit gelbem Atlas unterlegt; sie sind statt der Schnallen mit einer blauatlassenen Schleife, deren Ende mit Fransen von Silber-Bouillons geziert sind, geschlossen. Das Schwert ist gerade und zweyschneidig, Griff und Querstange bilden ein Kreuz. Alle Verzierungen sind von Silber. Den Knopf umgibt die eiserne Krone. Der Griff ist durchaus von Silber und cannellirt; er ist spiralförmig von zwey Palmzweigen umwunden, wovon der eine von unten auf-, und der andere von oben abwärts läuft, so, dass sie in ihren Spitzen zusammenstoßen. In der Mitte des von dem Griffe gebildeten Kreuzes befinden sich zwey ovale Schilder, auf der Vorderseite mit F. P. (Franciscus Primus), auf dem Reverse mit der Jahreszahl 1815 bezeichnet; aus diesen Ovalen winden sich Eichen- und Lorbeerzweige um die ganze Länge der Querstange in entgegengesetzter Richtung. Die Schwertscheide ist mit blauem Sammt überzogen und mit Silber beschlagen. Zur Befestigung des Schwertes dient ein blausammtner Gürtel mit herabhangender Schwerttasche; beyde haben eine Stickerey von Lorbeerzweigen in Silber, und sind mit einer silbernen Schnalle geschlossen. Die Kopfbedeckung besteht in einem blausammtenen Barette, dessen Krempe mit Silberschnüren umwunden, und welches mit weißen Schwungfedern geziert ist. Die Handschuhe sind von weißem Leder, und in Silber gestickte Stülpen. Der Mantel ist für alle drey Ritter-Classen von blauem Sammt, mit weißem Atlas gefüttert, und mit einem rund über die Schultern herabfallenden Kragen, ebenfalls von blauem Sammt, versehen. Die auf dem ganzen Umfange des Mantels, so wie auf dem Kragen angebrachte Stickerey in Silber ist der Zeichnung nach, eben dieselbe, wie jene des Unterkleides. Der Mantel wird auf der rechten Schulter mit einer Haste zusammen gehalten, und fällt sodann quer über die Brust, indem er den linken Arm deckt.

Bey den Rittern der ersten Classe endet er in einer langen Schleppe; die Stickerey auf demselben hat eine Breite von zwölf Zoll Wiener Maß; zwey Zoll unter dem Kragen ist der Ordensstern auf der linken Seite des Mantels befestigt, und über dem Kragen hängt die goldene Ordenskette mit dem Ordenszeichen.

Bey den Rittern der zweyten Classe unterscheidet sich der Mantel von jenem der ersten dadurch, dass er, seiner Länge nach, nicht ganz bis an den Boden reicht, und die Silber-Stickery auch nur acht und einen halben Zoll Wiener Maß Breite hat. Das Ordenskreuz hängt über den Kragen an dem Bande herab.

Bey den Rittern der dritten Classe endlich reicht der Mantel nur bis auf die Hälfte des Beines; die Stichery hat nur sechs und einen halben Zoll Breite, und das Ordenszeichen ist an dem Kragen auf der linken Seite der Brust mit dem für diese Classe bestimmten Bande befestigt.

Ueber den Mantel heraus liegt die Halskrause von doppelter Spitzen-Reihe bey allen drey Classen in der Breite von fünf Zoll.

Der Ordensherold trägt die goldene Ordens-Medaille am Ordensbande der Ritter um den Hals; in der Hand einen drey Fuß langen Stab, der mit gelbem Sammt überzogen ist, worauf Lorbeer und Palmzweige gestickt sind; am obersten Ende desselben ruht der doppelte Oesterreichisch-Kaiserliche Adler auf der eisernen Krone; die Beschläge sind von Silber.

Die übrigen Ordensbeamten bezeichnet die anhängende Ordens-Medaille auf gleiche Art wie den Herold, jedoch ohne Stab.

§. 11.     Die Zahl der Ritter ist auf hundert, nämlich: zwanzig der ersten, dreysig der zweyten, und fünfzig der dritten Classe festgesetzt. Die Prinzen Unsers Kaiserlichen Hauses sind in dieser Zahl nicht einbegriffen.

§. 12.   Zur Besorgung der Ordensangelegenheiten werden folgende Beamte bestellt:


  • Der Ordens-Prälat, welchen der Großmeister aus den höhern geistlichen Ständen wählt. Dieser hat an den Ordensfesten den gewöhnlichen Kirchendienst zu verrichten.


  • Der Ordenskanzler, welcher bey der feyerlichen Aufnahme der Ritter, oder bey einem sonst zu berufenden Ordens-Capitel eine Anrede zu halten, den abzuschwörenden Eid den Rittern vorzulesen, dem Großmeister die Angelegenheiten des Ordens nach Erfordernis der Umstände schriftlich oder mündlich vorzutragen, und demselben in allen Ordensanliegenheiten an die Hand zu gehen, die Diplome der neuernannten Ritter ausfertigen zu lassen, und auch das Ordens-Sigill in Verwahrung zu nehmen hat.


  • Der Ordensschatzmeister, welchem obliegt, nicht nur für die Ordenszeichen, sondern auch für die übrigen Ordenskleidung und deren Verwahrung zu sorgen, dann über die Verwendung der diesfälligen Kosten Rechnung zu führen, und solche dem Großmeister jährlich vorzulegen.


  • Der Ordenssecretär, dessen Pflicht es ist, das Ordens-Protokoll zu führen, in dasselbe alles was den Orden betrifft, getreulich einzutragen, die Verleihungs-Diplome auszufertigen, die Schriften des Ordens in dem Archive genau zu verwahren, und den aufzunehmenden Rittern den Inhalt ihrer Pflichten vorzulesen.


  • Der Ordensherold, welchem bey allen Ordensfeyerlichkeiten die Ordenskleidung der Ritter der dritten Classe zu tragen gestattet ist.


  • Der Ordenskanzellist, welcher den vorstehenden Beamten bey den betreffenden Expeditionen, und wo es sonst immer nöthig ist, an die Hand zu gehen hat.


  • Die Verleihung dieser Aemter ist dem Großmeister unmittelbar vorbehalten.


§13.     Bey der feyerlichen Aufnahme der Ordensritter ist folgende Vorschrift zu beobachten:

  • Nachdem derjenige, welchem der Großmeister in Rücksicht seiner Verdienste den Orden zugedacht hat, durch ein Schreiben des Ordenskanzlers von dieser Gnade vorläufig in die Kenntnis gesetzt worden ist, wird derselbe an dem bestimmten Tage und zur bestimmten Stunde am Hofe zu dem Capitel, bey welchem sich alle Ordensritter und Ordensbeamte in ihrer Ordenskleidung einzufinden haben, erscheinen, und in der Antikammer das Zeichen zum Eintritte erwarten.


  • Wenn der Großmeister unter dem Thronhimmel seinen Platz eingenommen hat, wird der Ordenskanzler, vor dem Throne kniend, sich dessen Befehle erbitten.


  • Nach deren Ertheilung deutet der Ordensherold dem aufzunehmenden Ritter an, dass ihm einzutreten gestattet sey, und dieser nimmt sodann den ihm bestimmten Platz ein.


  • Hierauf trägt der Ordenskanzler in einer kurzen Rede den Willen des Großmeisters und den Zweck der Versammlung vor, und ermahnt den Ordens-Canditaten, dass er nunmehr den Ordenseid abzuschwören habe. Der Ordenssecretär liest alsdann den Inbegriff der Ritterpflichten vor, welchen nachzukommen der Aufzunehmende eidlich geloben muß.


  • Nachdem dieses geschehen ist, wird der Aufzunehmende angewiesen, sich zu einem dazu bereitsteten Knieschemmel zu begeben, und allda den nachstehenden Eid, welchen ihm der Ordenskanzler vorsagen wird, abzulegen:

"Ego N. N. juro per Deum, quod fidem, reverentiam atque obsequium erga Majestatem Sacratissimam, qua insignis Ordinis Coronae ferreae Magnum Magistrum, ejusque Serenissimos Successores atque universam Augustam Domum, omni tempore, loco et opportunitate, gloriam, incrementum Monarchiae vonferre possunt, pro viribus promovere atque defendere, contra vero, quae Sacrtissimae Majestatis juribus ac potestati atque Ordinis hujus dignitati adversantur, omni quo potero conatu impedire atque avertere, statuta denique Ordinis studiose accurateque observare, Sacratissimae Majestatis, qua Magni Ordinis Magistri decreta venerari, eisque in omnibus prompta parataque voluntate obedire, Ordinisque signum constanter gerere velim. Sic me Deus adjuvet."

       Nach abgelegtem Eide wird der Großmeister den Canditaten nochmahls zu dessen Erfüllung

       ermahnen, demselben, wenn er den gewöhnlichen Ritterschlag noch nicht erhalten hätte, diesen

       ertheilen, und ihm dann das Ordenszeichen mit nachstehener lateinischer Anrede überreichen:

"Quod juris jurandi promptus vovisti, omni te loco ac tempore integre servaturum non ambigimus."

"Accipe igitur signum Ordinis Coronae ferreae in praemium meritorum tuorum, illudque semper gerito, ut quid Deo, Nobis, Domuique Nostrae atque Ordinis hujus dignitati debeas, honoris, quo decoratus es, insigni admonitus nunquam possis non recordari."

       Die Dispensation von Abschwörung des Ordenseides bey einem aufzunehmenden Ritter bleibt dem  

       Großmeister vorbehalten.

§. 14.     Wenn die Aufnahme auf die beschriebene Art vor sich gegangen ist, wird der Ritter der ersten

              Classe zum Merkmahl der ausgezeichneten Gnade von dem Großmeister umarmt, und eben diese

              Weise auch von den anwesenden Ordensgliedern ihrer Freundschaft versichert.

§. 15.     Das Aufnahms-Diplom für die Ritter der ersten Classe wird in Gestalt eines Buches, für die Ritter

             der zweyten und dritten Classe im Form eines Patentes ausgefertigt, und von dem Großmeister, dem Ordenskanzler und Ordenssecretär unterschrieben. Die Ritter der ersten und zweyten Classe erhalten ihr Diplom mit einem herabhängenden, jener der dritten aber mit einem beygedruckten Siegel.

§. 16.   Das Ordenszeichen haben die Ritter, wie sie angelobt, beständig zu tragen, uns soll keiner von ihnen ohne demselben öffentlich erscheinen; auch darf neben demselben kein auswärtiges Ordenszeichen getragen werden, es wäre denn, dass von dem Großmeister hierzu die ausdrückliche Bewilligung ertheilt worden wäre.

§17.      Nach erfoltem Ableben eines Ritters der ersten, zweyten oder dritten Classe, muß die Ordenskette und das Ordenszeichen nebst dem Statuten-Buche dem Ordensschatzmeister zurückgestellt werden.

§. 18.  Am ersten Sonntage nach dem siebenten April, als dem Tage der Errichtung des Lombardisch-Venezianischen Königreichs, wird jährlich in der der Hofkirche das Ordensfest begangen, wobey sämmtliche in Unserer Residenzstadt anwesende Ordensglieder, mit Ausnahme derjenigen, die durch eine gültige Ursache hieran verhindert werden, mit ihren Ordenszeichen und in der Ordenskleidung zu erscheinen haben.

§. 19.   Die Ritter der dritten Classe haben an den Ordensfesten den Eintritt in die geheime Rathsstube, wohin die Ritter der ersten und zweyten Classe allezeit zu kommen berechtigt sind.

§. 20.    Auch erhalten alle Ordensritter, ohne Unterschied des Standes, den Zutritt bey den Hoffesten und sogenannten Appartements.

§. 21.   Wenn der mit dem Orden der ersten Classe begnadigte Ritter die wirkliche geheime Rathswürde noch nicht besäße, so wird diese unentgeldlich verliehen; die Ritter der zweyten Classe werden, wenn sie darum ansuchen, in den Freyherrnstand, und die Ritter der dritten Classe in den Ritterstand taxfrey erhoben.

§. 22.    An alle Behörden ergeht der Befehl, dass sie, wenn von ihnen etwas an die Ordensritter erlassen wird, denselben nebst den ihnen sonst gebührenden Titeln, auch jenen des Ordens beyfügen sollen.

§. 23.    Auch wollen Wir, dass, wenn in des Großmeisters Namen Decrete an die Ritter der ersten Classe ergehen, sie zu mehrerer Bezeugung Unserer Gnade und Zuneigung, mit der Benennung: Unserer Vettern, beehrt werden.

§ 24.      Endlich ist Unser Wille, dass zwar der Stephans- und Leopolds-Orden, als Gesammtkörper be-

              trachtet, den Rang der eisernen Krone einnehmen, sohin, wenn am nähmlichen Tage Orden von den drey Gattungen verliehen würden, der Stephansordens-Ritter dem Ritter des Leopolds-, und dieser dem Ritter des Ordens der eisernen Krone von gleicher Cathegorie vorgehen, im übrigen aber diese drey Orden als einander gleich betrachtet werden sollen; zwischen den zu ungleichen Zeiten ernannten Großkreuzen oder Rittern der ersten Classe, zwischen den Commandeurs oder Rittern der zweyten Classe, und den Kleinkreuzen oder Rittern der dritten Classe wird das Alter der Aufnahme ihren Rang bestimmen.

Dieses sind die Gesetze und Anordnungen, worauf sich der Ritterorden der eisernen Krone gründet.

Gleichwie nun Wir selbst solche zu jeder Zeit beboachten wollen; also sollen auch alle unsere Thronfolger dieselben immerfort zu beobachten verbunden seyn, bis Wir, oder Unsere Thronfolger, sich durch den veränderten Geist der Zeiten und Umstände bestimmt finden werden, Aenderungen darin vorzunehmen. Wenn wider Vermuthen sich darüber Zweifel oder Anstände ergeben sollten, so behalten Wir Uns und Unsern Nachfolgern in der Würde ergeben sollten, so behalten Wir Uns und Unsern Nachfolgern in der Würde eines Großmeisters das Recht vor, solche zu erläutern und zu beheben, so wie jenes, diesen Anordnungen und Statuten alles dasjenige beyzufügen, was Wir zum Nutzen und zur Aufnahme des Ordens beförderlich erachten werden.

Damit endlich für die Erhaltung alles dieses, und die Ueberlieferung desselben auf die spätesten Zeiten vorgesorgt sey, habe Wir verordnet: dass drey gleichförmige, mit Unserer eigenhändigen Unterschrift bekräftigte Exemplare gegenwärtiger Anordnung ausgefertigt, und davon das eine in dem Ordens-Archive, das zweyte in Unserem Kaiserlich-Königlichen Haus-Archive, und das dritte in dem Archive der politischen Hofstelle aufbewahrt werde, welcher die Oberleitung der Lombardisch-Venezianischen Angelegenheiten von Uns anvertraut seyn wird.

Gegeben in Unserer königlichen Stadt Mailand, am ersten Januar des Jahres Ein tausend acht hundert und sechzehn, im vier und zwanzigsten Unserer Regierung.

Franz

(L.S.) Clemens Fürst von Metternich.

Nach Seiner Kaiserlich-Königlich-Apostolischen Majestät Höchsteigenem Befehle: Hofrath Graf Merey

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

Auch bei FANDOM

Zufälliges Wiki