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Roadmap des WIKIa Szlachta für den Adelsstand der Res Publica und polnischen Adel

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„Roadmap des WIKIa Szlachta für den Adelsstand der Res Publica und polnischen Adel“, ORGA, in: WIKIa Szlachta [Onlinefassung]; URL: http://www.de.szlachta.wikia.com/, Zugang .. . .. . 20.. .


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Nach den Erfahrungen des ersten Jahres des WIKIa Szlachta kristalisierten sich nachfolgende Editierungsregeln.

Zeitvorgaben

  1. bis Ende Dezember 2013 für erkannte Szlachta-Familien nach dem Adelsrecht der Adelsrepublik sowie deren Folgegebiete einen Eintrag im Adelslexikon und die Einträge im Wappenlexikon anzulegen. Die jeweilige QR-Code-Kennzeichnung wird angelegt zusammen mit dem Eintragsinhalt [= nach einjähriger laufweise des WIKIa ist abzusehen, dass sich geplanter Termin erst voraussichtlich zum Sommer 2014 realisieren lässt, Zeitvorgabenverifizierung vom 3. XII. 2013].
  2. bis Winter 2015 die Vorarbeiten für die Erarbeitung des Adels- und Wappenlexikons abzuschließen, d. h. Indices, Zusammenstellungen und Adelslegitimierungslisten der Bereiche Adelsrepublik, HRR, Österreich, Preußen und Russland aufzuarbeiten und aufzuladen sowie betroffene Familienverbände zur Mitarbeit einladen [= nach einjähriger laufweise des WIKIa ist abzusehen, dass sich geplanter Termin erst voraussichtlich zum Jahresanfang 2016 realisieren lässt, Zeitvorgabenverifizierung vom 3. XII. 2013 und 8. V. 2014].
  3. so dass nach knapp zweijährigen Vorbereitungszeit im Herbst 2014 Erarbeitung des Adels- und Wappenlexikons begonnen werden kann [= nach einjähriger laufweise des WIKIa ist abzusehen, dass sich geplanter Termin erst voraussichtlich ab 1. Januar 2015 realisieren lässt, Zeitvorgabenverifizierung vom 3. XII. 2013].


Axiome des WIKIa Szlachta

Es gibt zwei von einander unabhängigen Bereiche.

A. der Lexikonbereich mit dem Adelslexikon und dem Wappenlexikon. In diesen Bereich können nur verifizierte und verifizierbaren Daten im Sinne einer Matrikel aufgeführt werden. In diesem Bereich werden auch gesicherte Stammfolgen der Szlachta eingebracht und die Texte der Wappenbücher verlinkt. Die Einträge erfolgen erst originalsprachig folgend der Quelle, um dann je nach personalmäßigen Möglichkeiten der Redaktion in Deutsch ungesetzt zu werden. Aus diesem Grunde ist die Editierbarkeit erst nach einer Freischaltung möglich, es besteht Quellenangabeerforderniss.

B. der Bereich der angewandten Sozialgeschichte, welcher vornehmlich zur Forschungshilfe und Datenbesicherung bestehender Erkenntnisse, soweit sie sich nicht für den Lexikonbereich klassifizieren, vorgesehen ist.

Dazu gehören z. B. Regesten, deren Daten sich zur Verwendung in den Lexikas eignen, aber ggfs. noch nicht erarbeitet worden sind. Editierbarkeit erst nach einer Freischaltung möglich, Quellenangabeerforderniss.

  1. Vielfache Indices von Archivquellen, Dateien in der Kategorie Genealogien oder aus Sekundärliteratur dienen als Forschungshilfe, denn die Suchroutine ermittelt Daten aus beiden Bestandsteilen des WIKI und man erhält eine direkte Gegenüberstellung der Funde. Editierbarkeit erst nach einer Freischaltung möglich, Quellenangabeerforderniss.
  2. Wichtige Ergänzung in diesem Bereich bilden die Stammfolgen Adel und Stammfolgen Bevölkerung. Im Teil Stammfolgen Adel werden Familien geführt, deren Zugehörigkeit zur Szlachta gesichert ist, die jedoch bisher nicht den im Adelslexikon eingetragenen wappenführenden Familien zugeordnet werden konnte. Ebenfalls finden hier auftretende Einzelpersonen oder Kernfamilien eine Aufnahme, bei den die Zugehörigkeit zum Adel der Res Publica gesichert ist, deren Wappenzugehörigkeit jedoch nicht gesichert ist. Die Einträge werden unter dem Familiennamen geführt. Editierbarkeit erst nach einer Freischaltung möglich.
  3. Im Bereich der Stammfolgen Bevölkerung werden Stammreihen platziert, die gesichert nicht zum Adelstand zugeordnet werden können. Editierbarkeit erst nach einer Freischaltung möglich, Quellenangabeerforderniss.
  4. In diesem Teil des WIKI werden auch weiterführende Artikel und Begriffdefinitionen geführt.
  5. Linksammlungen
  6. Falls es gelingt, die Titel der drei Indizierungsprojekte zu realisieren, erhält der Forscher in diesem Teil hiermit zusätzliche Quellen erschlossen.


Grundlage zum Eintrag im Adelslexikon und Wappenlexikon

  1. Boniecki´s wissenschaftlicher Anspruch, nur Daten anzugeben, die er persönlich in Quellen ermittelt hat, qualifiziert die Angaben in seinem Wappenbuch zum Eintrag im Adelslexikon. Die Folge dieses Vorgehen führte jedoch auch zur Konsequenz, dass frühe Daten von ihm nicht berücksichtigt wurden. Bei der Datenmenge kommen bei Boniecki auch natürlich Fehler vor. Aber diese Fehler beziehen sich nicht auch die Zugehörigkeit zum Adelstand, sondern die Zuordnung von Personen zu Linien oder Familien gleichen Namens der Zugehörigkeit anderen Geschlechtern oder Wappengenossenschaft. Daher können seine Angaben als historisch korrekt angegeben werden, über die Zuordnungen von einzelnen Individuen zu Familien kann und muss ggfs. diskutiert werden.
  2. Ähnliche Klassifizierung trifft auch die Publikation von Graf Uruski und für die Provinz Großpolen die Arbeit von Prof. Dworzaczek, der auch ausschließlich Szlachtafamilien erfasste.
  3. Dies um so mehr, denn ein Teil der Angaben kann wegen des zwischenzeitlich vergangenen 100 Jahre, des I. und II. WK als auch der kommunistischer Herrschaft wegen der Quellenverluste nicht mehr verifiziert werden.
  4. Vergleichbar mit Abstrichen gilt das vorgesagte für die frühen gedruckten Werke, wobei hier als Zeitobergrenze das Wappenbuches Niesiecki der Ausgabe Bobrowicz anzusehen ist.
  5. Die aus diesen Werken in das Adelslexikon eingestellten Angaben erfüllen den Ansatz der Redaktion des WIKIa Szlachta, im Adelslexikon nur klassifizierte Familien der Szlachta aufzunehmen. Dies wäre zu realisieren durch die Einstellung der vorerwähnten Texte in den Bereich des Adelslexikons, die in der originalsprachlichen Version nach Abschluss der Vorbereitungsarbeiten in Angriff genommen wird. Eine schrittweise Umsetzung dieser Texte wäre wünschenswert, ob dies zu realisieren ist, wird sich zeigen. Beginn der Umsetzung in die deutsche Sprache wurde bereits 2013 gestartet mit dem Werk von Prof. Dworzaczek über den Adel Großpolens.
  6. Bei neueren Monographien und Publikationen ist im Einzelfall zu Prüfen, ob die in ihnen aufgeführten Daten den Anforderung zur Aufnahmen in das Adelslexikon erfüllen. Über die positiv klassifizierte Titel wird ein Nachweis im WIKIa Szlachta geführt.
  7. Besondere langfristige Zielsetzung des WIKIa Szlachta ist der Anschluss der so erfassten historischen Geschlechter zu bestehenden blühenden Linien.


Richtlinie für die Fortschreibung des Adelslexikon

  1. Die Qualifikation der Familienverbänden ist bei Familien erfüllt, die im Geschlechtshandbuch des deutschen Adels, des Brünner Taschenbuches, der GTÖ oder des Goldenen Buches des Polnischen Adels erfasst sind. Bei diesen bestehenden Familienverbänden sind diese für die Eintragungen in Eigenverantwortung nach den Maßstäben des GHdA, zuständig.
  2. Bei Familienverbänden deren Familien nicht in den obigen Werken erfasst sind, muss die Eigenverantwortung mit der Redaktion ausverhandelt werden.
  3. Bei beabsichtigten Einträgen von Familien ohne Familienverband oder durch individuelle Forscher kann ein Eintrag erst nach der Prüfung der Quellenlage erfolgen. Dies könnte bei größerem Anfall ein Problem darstellen, da die Redaktion des WIKIa ehrenamtlich tätig ist, und im größeren Umfang dies deren zeitliche Möglichkeiten übersteigt.
  4. Zum System der Darstellung der Stammfolgen bestehen keine Vorgaben. Es wäre jedoch eine einheitliche Präsentationsform erwünscht, entweder in sprachlicher Form wie bei obigen Normwerken oder nach einem bekannten Listungssystem. Die Darstellung nach Listensystemen wird bevorzugt, da die Sprachabhängigkeit vermindert wird und die vorgestellten Daten sprachunabhängig verstanden werden.

Vergleichbares Problem besteht bei eindeutig adligen Geschlechtern, die keiner der bekannten klassifizierten Familie mit Zuordnung zur einer Wappengenossenschaft zugeordnet werden können. Dies trifft manchmal auch Szlachta-Familien mit Eintrag im GHdA. In solchen Fällen wird es erforderlich, einen zusätzlich Eintrag zu generieren, ohne eine Anbindung an historisch bekannte Geschlechter.


Vereinheitlichung der Namensschreibweise

  1. Es wird von einer Gleichbürtigkeit des Adels nach dem Adelsrecht der Res Publica verfahren, d. h. in den Indices und Eintragsnamen wird die erkannte gebräuchliche nicht lateinische originalsprachliche Namensform ohne Adelsränge oder Prädikate angegeben.
  2. Einzige Ausnahme – in Übereinstimmung mit den obigen Grundsätzen – Bilden die Fürstentitel dynastischer Familien litauischen, russischen oder tatarischen Ursprungs, die im Lexikoneintragstitel Erwähnung finden. So z. B wird das adlige Haus Chowański nicht unter Chowański-h-Pogoń-Litewska geführt, sondern unter Chowański-Fürst-h-Pogoń-Litewska. Wegen anderen Schreibweisen wird es Verweise geben wie bei diesem Fall Chowanski-h-Pogoń-Litewska-siehe-Chowański-Fürst-h-Pogoń-Litewska und Howanski-h- Pogoń-Litewska-siehe-Chowański-Fürst-h-Pogoń-Litewska oder Khovansky-h-Pogoń-Litewska-siehe-Chowański-Fürst-h-Pogoń-Litewska. Dies bedeutet, dass sämtliche ausländische Gnadenakte (z. B. des Heiligen Römischen Reiches oder die päpstlichen Titel) im Lexikoneintragstitel unberücksichtigt werden. Sie finden natürlich ihre Berücksichtigung im Lexikoneintrag. Da in der Adelsrepublik neben Latein die polnische Sprache landesweit Amtsprache war, wird in der Regel in der Namen in der polnischen Sprachform angegeben. Soweit es möglich ist, werden nach der Griundform alle sprachlichen Namensabwandlungen in alphabetischer Reihenfolge angegeben (DE für Deutsch, LAT für Lateinisch, LIT für Litauisch, RU für Russich, UA für Ukrainisch und BY für Weißrusssich). Wünschenwert wäre (zumindest bei großer Namensveränderung wie im Beispiel Chowański oben auch die EN für englische und FR für französische Namensform anzugeben).
  3. Bei erstmaliger Standeserhöhung erfolgt im Lexikoneintragstitel die Bezeichnung entsprechend der Titulierung im Diplom z. B. bei einer Nobilitierung außerhalb des Geltungsrechtes der Res Publica als Ritter von Xxx oder Edler (Edle) von Xxx.
  4. Auf die preußische Form „v.“ wird zu Gunsten des „von“ verzichtet, da sie nur regional Verwendung fand und über dies es zu Verwechslungen mit der in der Literatur vielseitigen Abkürzung „v.“ wie bei voto oder vel kommen kann. Mit dem Vorgenannten wird z. B. das Geschlecht Wiłucki unter dem Eintrag Wiłucki-von-h-Wiłucki sowie Verweis Wilucki-von-h-Wilucki-siehe- Wiłucki-von-h-Wiłucki und nicht unter Wilucki-v.-h-Wiłucki-siehe-Wiłucki-von-h-Wiłucki geführt. Zunamen (przydomek) oder Rufnamen/Spitznamen (przezwisko), auch wenn sie erblich geworden sind, werden generell unter Verweisen auf den Familienanmen geführt. Ausnahmen werden bei den heute noch verwendeter Doppelform wie Dunin-Borkowski, wobei der Verweis auf Borkowski zu setzen ist.
  5. Generell wird bei den Adelshäusern von Familien und nicht Geschlechtern (ród) gesprochen, denn fast alle uradligen polnischen und litauischen Adelshäuser sind auf eine Vielzahl von Linien und Zweigen mit unterschiedlichen Familiennamen, aber in der Regel der Zugehörigkeit zu einer und der selben Wappengenossenschaft, aufgespaltet. Zur Vereinfachung wird auch für die blühenden Gechlechterlinien die Bezeichnung Familie geführt wie z. B. für die Familie Nałęcz des Wappens Nałęcz, wo diese Familie das eigentlich (Ur-) Geschlecht für die Mitglieder der Wappengenossenschaft Nałęcz darstellt. Dies gilt auch für nobilitierten oder indigenierten Kernfamilien zu, für die ebenfalls eine Bezeichnung als Geschlecht zutreffend wäre. Wegen der Unangebrachtheit im Vergleich zu den vorgenannten uradeligen Familien wird jedoch die einheitliche Klassifizierung als Familie auch für diese Adelsgruppen verwendet.
  6. Von Geschlechtern wird nur im Kontext des polnischen Uradels bis zu dessen Aufgehen in dem einheitlichen Ritterstand der Adelsrepublik gesprochen, wobei hier als Entstehungsgrenze die Massenadoption im Jahre 1413 in Horodlo und hierdurch entstandene die Verschmelzung des polnischen mit dem litauischen Uradel zur Szlachta der Res Publica Serenissima, angesetzt wird. In der wissenschaftlichen Literatur besteht unentschiedene Diskussion, welche Zeitgrenze sowohl für die definitive Verschmelzung dieser beiden Adelsgruppen als auch den Zeitpunkt ab welchem von der Res Publica und Adelsrepublik gesprochen werden kann. Die diskutierte Zeitspanne umfasst den Zeitraum von 1385 bis zur Umwandlung der Reiches zur Realunion im Jahre 1569. Um eine sprachliche Klarheit bemüht, setzt die Redaktion als Zeitpunkt der Entstehung eines einheitlichen Adels der Res Publica Serenissima die Massenadoption im Jahre 1413 in Horodlo. Somit würde die Bezeichnung „polnischer Adel“ nach diesem Zeitpunkt bis 1772-1795, dass diese Familie keine adelsstandesrechtliche Berechtigung außerhalb der Reichshälfte der Krone des II. Königreiches Polen hätte. Ein solcher Fall ist der Redaktion des WIKia nicht bekannt und aus der Konstruktion des Adelsrechtes des Reiches nicht vorgesehen.
  7. Der neu kreierter Adels des Herzogtums Warschau mit den Napoleonischen Gnadenakten sowie des III. Königreiches Polen als Personalunion mit Russland und des IV. Königreiches Polen als Regentschaftskönigreich 1916 – 1918 wird wiederum als Familien des polnischer Adels (polnische Szlachta oder polnisches Dworjanstwo) tituliert, sofern die Begünstigten nicht älteren adelsrechtlichen Titeln zugeordnet werden können. Folgelogisch werden die Standeserhöhungen bürgerlicher Familien im Kaiserreich Österreich als österreichischer und die im Königreich Preußen und dem Deutschen Reich als preußischen Adel bezeichnet.
  8. Erfolgte nach dem Untergang der Res Publica in den Teilungsmächten ein Gnadenakt, so wird versucht, die hiervon betroffenen Kernfamilien ihren Stammfamilien zuzuordnen. Sofern ein Familienzusammenhang nicht erkannt werden kann, und dies trifft z. B. in vielen Fällen des systemmässigen Adelstandes in Österreich oder Russland zu, werden diese Standeserhöhungen so lange als eigener Lexikoneintragstitel behandelt bis ein quellenmäßiger Nachweis der Zugehörigkeit erfolgt.
  9. Adligen Häuser, die zeitweilig zur Szlachta der Adelsrepublik zugeordnet oder dieser gleichgestellt waren (wie die baltischen Ritterschaften), werden als Szlachta aufgeführt.

Sicherlich sind diese Entscheidungen der Redaktion diskussionswürdig und wir bitten um kritische Diskussionsbeiträge.


Sprachliche Regelungen

  1. Es wird angestrebt alle Personennamen im Nominativ Masculin Singular anzugeben. In Fällen, die bedauerlicher Weise bei polnischsprachig aufgeführten Familiennamen gar nicht so selten sind, in den nicht eine eindeutige Rückführung auf Nominativ Masculin Singular herbeigeführt werden kann, wird die Originalangabe der Quelle in eckigen klammern [] neben der vermuteten Form aufgeführt.
  2. Wegen internationaler Gepflogenheiten und der Übersichtlichkeit wegen wird im Adelslexikon nicht „des Wappens“ angegeben, sondern die bekannte Abkürzung „h“ für „herb“ verwendet.
  3. Abwandlung des Wappen werden als „h-Abwandlung“ angegeben, es sei den, dass sich in allgemeiner Literatur statt „Wappensabwandlung XXX“ (odmiana herbu xxx) der Familienname für den Wappennamen durchgesetzt habe.
  4. Für die Wappennamen wird die vereinheitlichte Nomenklatur sinngemäß verwendet.
  5. Aus rationellen Gründen musste die Redaktion bei der Kategorie „Genealogien“ wegen der internationalen Bedeutung der Familien die englische Namensform verwenden.


Methodisch bedingte Abgrenzungsfehler

A. Seit bald 100 Jahren bestehen die beiden multinationalen Reiche des Habsburger und der Romanovs nicht mehr und an deren Stelle sind nationalstaatliche Strukturen entstanden. Folglich bestehen Probleme sowohl bei der Bezeichnung als auch bei der Klassifizierung der Szlachtafamilien.

  1. Als Beispiel kann man Bukowina nehmen. Erst gehörte es zum Saum der Adelsrepublik. Nach Auflösung der Res Publica wurde es als Kronland zum Königreich Galizien und Lodomerien zugehörig. Wegen dem personellen Wechsel mit den ukrainischen Landesteilen aber auch Bevölkerung aus anderen Kronländern ist eine saubere Trennung nicht möglich. Nach dem Zerfall des Romanov-Reiches muss der dortige Adels wegen der staatlichen Zugehörigkeit zum Königreich Rumänien dort zuzuordnen werden. Daher wäre er als rumänischer Adel anzusprechen, wegen langer historischen Verbindung wird er jedoch in den WIKIa Strukturen erfasst.
  2. Als anderes Beispiel kann man das Baltikum nehmen. Nach dem Zerfall des Romanov-Reiches nach 1917 und auf einem Restgebiet der Wiederentstehung der Eigenstaatlichkeit Litauens entstanden auch Estland und Lettland. Die Nationalisierung in diesen Ländern hat dazu geführt, dass die dort vorherrschende adlige Struktur auch aus der Zeit der Adelsrepublik durch den fast vollkommenen Exodus der Ritterschaften verschwunden ist. Verbleiben sind nur Reste der aus kaiserlich-russischen Nobilitierungen für die Letten und Esten sowie eingewanderte Linien des russischen Dworjanstwo, diese werden im WIKIa Szlachta nicht zur Erfassung führen.
  3. Die Enklave von Kaliningrad, des ehemaligen Königsberg, erfuhrt einen fast 100% Austausch der Bevölkerung, so dass zu Recht für dieses Gebiet eine Regionalgruppe des Russischen Adelsverbandes gebildet wurde. Der dort angesiedelten Adelsfamilien (z. B. Mitglieder der russischen Linien des Fürstenhauses Chowanski) entstammt in der neuen Nach-Romanovs-Zeitrechnung ebenfalls aus den Linien des russischen Dworjanstwo, so dass es im WIKIa Szlachta nicht zur Erfassung führt.
  4. Die westlichen Gebiete der Ukraine gehören eindeutig zum Aufgabengebiet des WIKIa Szlachta. Die Krim hat ebenso wenig zum Gebiet der Adelsrepublik gehört wie die heutigen Ostgebiete der Ukraine, in den sich ebenfalls Regionalgruppen des Russischen Adelsverbandes gebildet haben. Daher muss willkürlich eine Grenze gezogen werden.
  5. Nach der Auflösung des Großherzogtums Krakau wurde es in dem Bereich Galizien, Lodomerien und Bukowina zugeordnet. Ethnisch ist jedoch der Adel der ehemaligen Provinz Kleinpolen der Adelsrepublik eindeutig polnisch so dass die vorkommenden Adelsstrukturen als eindeutig polnisch anzusprechen sind.

B. Bereits bei den Adelslegitimation und Gnadenakten wird es schwierig, eine künstliche Abgrenzung nach regionalen Aspekten zu durchzuführen.

C. Historisch ist nachgewiesen, dass sowohl eine Gesellschaftsform

  1. eines Staatswesen in der Form einer Monarchie ohne Adel ebenso denkbar ist
  2. wie auch eine Nichtmonarchie mit althergebrachten Adelsstrukturen.

So weist die norwegische Monarchie trotz des Fehlens historischer Verwerfungen so gut wie keine Adelsstruktur auf, ganz abzusehen von der Sonderform der Monarchie ohne einen Monarchen wie in Ungarn nach dem I. Weltkrieg, besteht eine Vielzahl von Staaten in der Form einer bürgerlichen Republik mit gewachsenen adligen Strukturen. Sie bestehen und soziologisch ist sie wegen dem Wegfalls der rechtsauthorisierten Neubildungsmechnismen als eine geschlossene gesellschaftliche Gruppe anzusehen.

Wegen des Galton-Watson Prozesses, adelsfeindlichen Gleichmachungshandlungen der Umwelt als auch möglicher Weise der von Prof. Voitovic postulierten besonderen Selektion nimmt sie im Verhältnis zu der Gesamtbevölkerung ab.(vergleiche hierzu entsprechende Abhandlungen unter Begriffe).

Die multi-ethnischen Reiche der Habsburger und Romanovs bringen noch eine Besonderheit mit sich. Sowohl Böhmen und Mähren, Österreich und Ungarn mit Habsburg als auch Russland mit Romanovs haben im den bestehenden Dynastien einen möglichen Kristalisierungspunkt. Diese Frage für Deutschland ist schon schwieriger zu beantworten, denn Wittelsbacher sind für den preußisch-protestantischen Norden ebenso wenig denkbar wie auch das Haus Preußen für den Rest Deutschlands. Ebenso gilt es für die Länder, die auf den Gebieten der Adelsrepublik entstanden sind, wie Litauen, Polen die Ukraine oder Weißrussland als eine unlösbare Fragestellung.

Die neu entstandenen Staaten wie die Ukraine und Weißrussland ebenso wie die Slowakei haben keinen entsprechenden Kristalisierungspunkt. Sogar Litauen (mit Weißrussland) und Polen (mit der Ukraine) haben nach der 400 Jahre dauernden Epoche eines Königspräsidentur (und Großfürstenpräsidentur) keine Tronprätendenten. Daher kann man diese Bereiche der unter dem Punkt 2 beschriebenen Strukturen zuordnen.

Eine Ausnahme bildet Russland, welches nicht nur unangefochten Kronprätendenten hat, sondern dessen letzter regierende Zar Michael II.  (Nikolaus II. dankte bekanntlich zu Gunsten seines Bruders ab) nicht abgedankt ist, sondern die weiteren Geschicke des Landes in die Hand des Volkssouveräns gelegt habe. Damit ist eine Rechtsnachfolge für die Stammländer mit Grenzen vor 1772 geregelt.

In den folgenden knapp 150 Jahren bildete sich auf der Grundlage russischen Uradels, der Szlachtafamilien und der Nobilitierungen im Russischen Imperium eine homogene Schicht des Dworjanstwo, die in den westlichen Gebieten von dem Teil der Szlachta, die aus unterschiedlichen Gründen nicht im Dworjanstwo eine Aufnahmen gefunden hat, ergänzt wird. Somit bestehen es in den heutigen Gebieten von Litauen, Weißrussland und der Ukraine adlige Elemente der nicht im Dworjanstwo aufgegangene Adels der Res Publica als auch dem russisch-imperialen Dworjanstwo.

Bedauerlicher Weise erfolgte die Matrikulierung des Dworjanstwo nicht zentral in St. Petersburg, sondern gesplittert in den Gubernien. In anbetracht der Weite des Landes als auch der regionalen und ethnischen Unterschiede war es, auch im Hinblick auf die Aufgaben der regionalen Adelsversammlungen, ein Gebot der Stunde. Somit wurden die Geschlechter nicht zentral erfasst, sondern in den Gubernien nur die einzelnen Familienzweige.

Dies hat z. B. zur Folge, dass die russischen Linien des Fürstenhauses Chowanski des Wappens Pogon Litewska in ingesamt sieben Gubernien (im Zeitraum von 1778 bis kurz vor dem I. Weltkrieg) registriert wurden. Einige Familienlinien schafften es mit der Prozedur in die Fürstenkategorie in einer Gubernie und in einer anderen Gubernie haben es jedoch nicht geschafft (auch Linien des Hauses Rurik wurden erst nach fast 150 Jahre dauernden Registrierungsprozedur kurz vor dem I. Weltkrieg registriert). Folge dieser Struktur der Matrikulierung ist, dass die genealogischen Zusammenhänge der Geschlechter häufig ohne intensivste Forschungen nicht mehr erkennbar sind.

Diesem gewichtigen Nachteil steht in der Situation des nachrevolutionären Osteuropa ein praktischer Vorteil entgegen.

Vergleichbar der Regelung Finnland, dass bis 1917 ebenfalls dem Reich der Romanovs angehörte und heute eine eigene geschlossene Ritterschaft aufweist, scheint es gerechtfertigt, vergleichbar Finnlands Vorbild, in nicht russisch-ethnischen Gebieten eine vergleichbare Struktur zu wählen. Somit bietet sich die Gelegenheit, analog zu der Situation in Finnland die regionalen Strukturen zu nutzen, um die Zugehörigkeit zum polnischen, litauischen, weißrussischen und ukrainischen Adel zu definieren.

Wegen der eingangs beschriebenen Situation in Estland, Lettland und dem Kalinigrader Gebiet bietet es sich an, dass die Regionalgruppen des Russischen Adelsverbandes dessen integralen Bestandteil bilden.

Die Situation des polnischen Adels ist eindeutig sowohl territorial als auch durch die Staatenbildung des Herzogtums Warschau und des (III.) Königreiches Polen (entstand gemäß den Beschlüssen des Wiener Kongresses als Personalunion mit dem Kaiserhaus von Russland) als auch des IV. Königreiches Polen von 1916-1918 definiert. Einzige methodische Problematik besteht wie zuvor aufgeführt mit dem Gebiet um Krakau, dass bedingt durch den Anschluss an Österreich und dessen späteren Eingliederung zu Galizien eine Zuordnungsproblematik darstellt. Daher werden Familien, die im Legitimierungsverfahren als eindeutig dem Adel aus dem Gebiet des Großherzogtum Krakau resp. nach dessen Auflösung aus diesen Gebieten der ehemaligen Provinz Kleinpolen dem polnischen Adel zugeordnet. Geschlechter und Familien bei denen keine solche Herkunft zum Zeitpunkt der Legitimierung oder des Gnadenaktes hervorgeht, werden durch deren Zugehörigkeit zum Galizischer oder Bukowiner Adelsstand als ukrainischer Adels angesprochen.

D. Im den Preußen zugefallenen Gebieten ergibt sich die Problematik, dass familienindividuell über deren Herkunft entschieden werden müsste. Somit kann man annehmen, dass all die Familien, deren Familienvorstände dem preußischen König huldigten, durch den WIKIa Szlachta zu erfassen sind. Wegen der in den Jahrhunderten entstandenen Familienverbindungen ist eine Trennung schwierig zu bewerkstelligen. Deshalb werden im WIKIa Szlachta alle in den ehemaligen Gebieten und Lehen der Adelsrepublik landsässigen und dort funktionierenden Geschlechter und Familien als angehörige der Szlachta ohne ethnische Unterscheidung erfasst.


Artikel und Beiträge

  1. Alle sachdienliche Artikel und Beiträge sind erwünscht und erbeten. Die individuellen Beiträge sind nachfolgend zu kennzeichnen:
  2. „Gezeichnete Artikel geben die Ansicht des Verfasser wieder und entsprechen nicht immer Meinung der Redaktionsmehrheit der WIKIa Szlachta.“
  3. Bei jedem Artikel oder Beitrag ist eine empfohlene Zitierung anzugeben.
  4. Alle geographische Namen werden bei einer Auflistung alphabetisch geordnet, diese Regelung gilt auch für die Reihenfolge der Sprachversionen bei Begriffsklärugen.


Kennzeichnung durch QR-Code

Eine Kennzeichnung durch den QR-Code findet statt.


Empfohlene Zitierweise

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Autorennamen, Autorenvorname: „Titel“, in: WIKIa Szlachta [Onlinefassung]; URL: http://www.de.szlachta.wikia.com/, Zugang .. . .. . 201. .


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